Workshop Tango Argentino am 27.06.2026

Wir hatten uns tatsächlich den bisher heißesten Tag des Jahres ausgesucht. Aber dank vier großer Wassermelonen, vielen Getränken sowie fünf Ventilatoren, nasser Handtücher und angemessener Kleidung hatte niemand Probleme mit der Wärme. Wahrscheinlich haben Tangueros auch einfach eine gute Kondition😊

16 Paare hatten sich angemeldet, der Gymnastikraum im Sportheim war gut gefüllt. Viele kennen Alice und Andrea schon und die Vorfreude war entsprechend riesig. Und das Mailänder Paar hatte ein wunderbares Programm im Gepäck.

In der ersten Einheit lernten wir, wie man langsame Passagen im Tango vertanzen kann. Die Geduld für und das Genießen von langsam ausgeführten Bewegungen geht manchem Paar ja hin und wieder verloren, man spult eine Figur nach der anderen herunter und vergisst dabei die zentrale Idee des Tango: Das Hineinfühlen in die Musik, das Gespür für ein entsprechendes Umsetzen (in dem auch Pausen ihren Platz haben), die aus dem Innern kommende Energie zwischen den Partnern, den Spannungsbogen, den eine Figur haben muss. Das Herz tanzt mit. Und mit diesen Infos und entsprechenden Vorübungen wurden einfache Sidesteps, Ochos oder das Führen der Dame ins Kreuz zu wunderschönen Bewegungen, die den Charakter des Tanzes wiederspiegelten. Tipps zu Haltung, Hüfte und Beinarbeit machten uns nach und nach lockerer und ließen die Bewegungen fließender und deutlich eleganter aussehen. Und erst als diese Basics klar waren, setzten Alice und Andrea das I-Tüpfelchen drauf - die Soltada. Es bedeutet übersetzt „Loslassen“ und ist eine Figur mit einer Damendrehung, in der die normale geschlossene Tanzhaltung, die einer Umarmung gleicht, aufgelöst wird.

Danach hatten wir uns eine Stärkung verdient und genossen in der Mittagspause leckere Pizza von Ioannis.

Gut gerüstet starteten wir in die zweite Einheit. Thema hier waren kleine rhythmische Spielereien im Tango. Tempowechsel, Verlagerungen und exakte Betonung einzelner Schritte machen den Tanz interessanter. Auch hier warteten Alice und Andrea, bis wir das dafür notwendige Grundwissen hatten und sattelten dann erst eine Figurenfolge drauf. Ganz schön kompliziert am Anfang, am Schluss dann ein echter Genuss.

Wir merkten, dass wir am Ende der Figur Bekanntes anhängen konnten, wie z. B. den Ocho Cortado oder die Americana. Und nun waren wir im Flow, blieben nach einer gelungenen Figur nicht stehen und übten sie nochmal, sondern tanzten und versuchten, die neuen Figuren immer wieder einzubauen.

Wolfgang hat es in seinen Abschlussworten treffend gesagt: Alice und Andrea sind tolle Trainer. Sie holen die Gruppe und jeden Einzelnen da ab, wo er/sie gerade leistungsmäßig steht, führen Neues gut durchdacht ein, zeigen immer wieder, lassen viel Zeit für’s Üben und schaffen es, dass alle Teilnehmer Spaß und Erfolgserlebnisse haben. Und nicht nur das: Sie sind auch wunderbare Menschen, super herzlich und zugewandt.

Wir alle gingen mit einem breiten Lächeln nach Hause, dankbar für das Angebot eines so hochqualifizierten Workshops, glücklich über viele Tipps und Übungen zu den Basics, die den Gedanken des Tango erst richtig zur Geltung bringen und auch ein wenig stolz auf die neuen Figuren, die wir gelernt haben nun fleißig weiterüben werden. Die Unterrichtssprache war Englisch, ganz nebenbei haben wir so auch unsere Fremdsprachenkenntnisse aufgefrischt.

Bericht: Heike Witthus, Fotos: Holger Brandt